Sonntag, 27. Juni 2010

Beförderungsarten

Wenn ich je Fahrrad fahren würde, würde ich sicher sein wollen. Dafür braucht man einen Helm. Aber ich würde auch lieber nicht auffällig oder wahnsinnig aussehen. Dafür braucht man keinen Helm. Außerdem müsste ich die Etikette vom Radfahren lernen.  Das klingt zu viele Mühe.

Deswegen gehe ich immer zu Fuß. Die Fußgelenke tun ständig weh, aber mein Kopf bleibt klar*.

Es scheint mir aber, im Alltagsleben gehen die Deutschen überhaupt nicht gerne zu Fuß, und die suchen immer eine Alternative, egal wie sie aussieht. Unten gibt's eine Auswahl von den Beförderungsarten, die ich hier gesehen habe.

Die Cityrollerin
Wenn man nur ein energetisches, und ein faules (aber starkes), Bein hat.

Der Radfahrer I: Das promiske Bein
Wenn man nur ein ansehliches Bein hat. Das andere muss verborgen bleiben.

Der Radfahrer II: Mit verschränkten Armen
Wenn man jede Mühe geben will, um entspannt auszusehen.  Etwas kippelig, aber offensichtlich begabt.  Wenn das Fahrrad nicht da ist, sieht man etwas wie ein ungarischer Tänzer aus.

Der Skateboarder
Die Skateboarder, die fast immer in der Nähe von Bismarkplatz sind, sind einfach toll. Nur zweimal habe ich es gesehen, wenn ihre 'Tricks' geklappt haben. Ansonsten hört man jedesmal etwas wie:
*roll roll roll roll - ffffrrrght - (Pause) - Gerassel! - "Autsch! Mist..."*
Dass sie das Ganze nicht aufgeben ist fast begeisternd.

Die Einradfahrerin
Praktisch und cool.  Im Allgemeinen nicht so schnell, aber sehr schnell kurz bevor man herunterfällt.

Der Wahnsinnige
Ich bin nicht total sicher, denn er war ziemlich weit weg, aber ich glaube er fuhr auf einem Brett mit ein bis zwei Kugeln darunter. Er tat es aber mit Würde, insofern dass das möglich ist. Es war wie Surfen. Es fehlte aber ein Bisschen von der Coolness, die das Wasser normalerweise bringt.



*-Diese Haltung ist durchgehend.  Ich habe ebenso keinen Regenschirm, denn ich müsste ab und zu irgendwie einen Platz dafür finden, wenn ich nicht mehr draussen aber auch nicht zu Hause bin. Es ist vorzuziehen, einfach nass zu werden anstatt in solchen Fällen denken zu müssen. In ähnlicher Weise habe ich keine Kinder und keine Haustiere, weil die auch solche Rücksicht verlangen. Aber falls ich mal ein Kind hätte, würde ich mir sofort einen Regenschirm kaufen. Dann müsste ich mich auf jeden Fall für das Kind kümmern, aber ich könnte ihm den Schirm geben und mindestens dieses Problem fällt weg. Es wäre als ob ich einen klugen, empfindenden Regenschirm hätte, und das wäre cool. Obwohl es natürlich andere Vor- und Nachteile gäbe, die vom Kind selbst stammen würden.

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