Als ich jung und begeistert war, hatte ich einen Blog. Ich bin nicht wirklich stolz darauf. Das war lieber ein Geständnis.
Ich habe natürlich nichts dagegen, wenn du einen Blog hast. Dass ich aber immer noch im Form 'Facebook-Status-Updates' denke, auch wenn ich Facebook seit lange aufgegeben habe, beweist mir, ich soll das Leben besser genießen können, wenn ich Erlebnisse richtig erlebe, ohne immer darüber zu denken, wie ich die Geschichte später ausdrücken werde. (Anders gesagt, 'Pete is skeptical with regard to the value of expressions of thoughts and experiences that were never fully thought or experienced because, at the time of their occurrence, he was too distracted by the knowledge that he would later attempt to express them through some alternative, unsatisfying medium.'). Von der indirekten Kommunikation gibt es schon zu viel, und von dem Leben viel zu wenig. Ich will lernen, wenigere unnötige Wörter zu benutzen.
Aber nicht gar keine Wörter, denn das wäre nur unfreundlich. Ich habe mich selbst überredet, dieser Blog wird einen guten Zweck haben. Für mich. Auch wenn ich nichts zu sagen habe.
Das Ganze hat gestern angefangen. Oder vor 5 Monaten (als ich nach Deutschland gekommen bin). Oder vor 8 Jahren (als ich angefangen habe, Deutsch zu lernen). Oder vor meinem Geburt (als ich geboren wurde), oder vor der Entstehung des Universums (als meine Atome geborene wurde). Es kommt immer worauf an, welche Wahrheit man auswählt, weil es immer so viele gibt. Ich ziehe vor, die gestrige Wahrheit, denn ich war dabei und ich habe sie noch nicht vergessen.
Und zwar hat es was mit einem Mädchen zu tun. Weil so viel, worüber ich denke oder wofür ich etwas Neues mache, in einem Sinn, etwas mit einem Mädchen zu tun hat. Aber nicht immer das selbe Mädchen, glücklicherweise.
Während ich in einem Kaffeehaus saß, habe ich eine kleine Zeichnung gemacht. Wegen des Bilds hat die Bedienung mir eine nette Frage gestellt. Eine einfache Frage. Eine Frage, die ich wirklich fähig zu beantworten sein sollte. Aber in solchen Momenten fliegt mein Deutsch plötzlich weg, wie einen kleinen Engel, der über mich schwebt, der seinen Kinn kratzt, und der meine Verzweiflung nur neugierig beobachtet. Erst später, wenn alles schon vorbei ist, kommt er wieder in meinen Kopf und flüstert er mir, wie schlecht ich die Situation behandelte.
Es war natürlich nichts Neues, und es kommt nicht nur vor, wenn ich mit Mädchen spreche (oder sprechen könnte). Seitdem ich nach Deutschland gekommen bin, passiert es oft. So lange ich nichts sage, kann ich mich sogar fast gut einfügen. Aber das ist schwierig, wenn ich eine Frage beantworten soll. Dann tue ich mein Bestes meistens ein Paar relevante Wörter anzubieten, aber gleichzeitig schüchtern und bescheiden auszusehen - als ob mein Schweigen auf einen tiefen, prächtigen Genius hinweisen soll. Ich vermute, es ist aber meistens nicht so erkannt. Und manchmal vergesse ich, dass ich schweigen soll, und ich fange an zu sprechen. Das kann ja schrecklich sein. Ich plane nie richtig im Voraus, wie ich bis zum Ende des Satzes kommen soll, und wenn man ungefähr 3000 unpassende aber nur 2 oder 3 passende Wörter kennt, gewinnt man die Lotterie selten.
Es wäre also wahrscheinlich besser, wenn ich tatsächlich lerne, Deutsch zu sprechen. Dann hätte ich mindestens die Möglichkeit, manchmal den zurückhaltenden Genie/Idiot nicht zu spielen.
Aber das Sprechen ist schwierig. Wie ein anderes Mädchen bemerkt hat, schreibe ich besser als ich spreche. Oder, wenn nicht besser, schreibe ich mehr. Deswegen habe ich mich entschieden, es wäre am Anfang eine gute Idee, öfters auf Deutsch zu schreiben, um daran gewöhnt zu werden, wie man neue Sätze formuliert. Es macht aber keinen Spaß, nur einfache Sätze zu schreiben. Ich werde deshalb versuchen, auf Deutsch zu schreiben, wie ich auf Englisch schreiben würde. (Das bedeutet viele Konjunktive, auf philosophische Gründe, weil mir überhaupt nichts sicher ist. Aber ob das auf Deutsch funktioniert, weiß ich nicht). Ich vermute, es wird oft Unsinn sein. Aber wenn ich je Deutsch wirklich lerne, werde ich hoffentlich alles was ich jetzt schreibe nie wieder lesen können, weil es einfach zu peinlich ist. Dann wäre es wertvoll gewesen.

Es macht nichts, ob jemand es liest. Auf jeden Fall übe ich endlich. Aber wenn du ein englischsprechender Freund bist, kannst du immer den Link anklicken, um eine Übersetzung zu finden. Die Exzentrizität von 'Google Language Tools' ist in diesem Fall wahrscheinlich ein Vorteil, wenn du den Sinn des Originals erleben willst. Und falls du einen Kommentar schreibst, werde ich auch auf Englisch zurückschreiben. Kommentare (oder Korrekturen) von Deutschsprechenden wären auch erwünscht, wenn einer diesen Blog je findet.